Plastikmüll in Asien: 60% des Plastikmülls kommt von diesen 5 Ländern

Laut eines Reports der Ocean Conservancy und des McKinsey Center for Business and Environment stammen 60% des gesamten Plastimülls in unseren Weltmeeren aus gerade einmal 5 Ländern. So berichtet es das Portal Public Radio International. Angeführt wird die Liste von China, Indonesien, Thailand, Vietnam und den Philippinen. Wie sieht das also mit dem Plastikmüll in Asien im Alltag aus?

Plastikmüll in Asien: Ein gewaltiges Problem

Wenn du schon einmal in Asien warst, dann wird es dir nicht schwer fallen, diesen Zahlen Glauben zu schenken. Ich selbst hatte bisher das Glück, China, Thailand, Vietnam und Japan bereisen zu dürfen. In Japan lebte ich sogar für einige Zeit und studierte dort.

Auch wenn Japan nicht in den Top 5 enthalten ist, so fiel mir schon damals im Jahr 2006 verstärkt auf, dass auch dort sehr viel Plastik im Umlauf ist. Bei jedem Einkauf im Supermarkt bekam man ungefragt mehrere Plastiktüten in die Hand gedrückt. Seit 2013 setzt man jedoch auch hier verstärkt auf Aufklärung und weitere Maßnahmen, die je nach Stadt und Region unterschiedlich ausfallen. Als ich zuletzt vor Ort war, konnte man schon erkennen, dass viele Geschäfte für das Thema sensibilisiert worden waren. Je nach Laden musste man beispielsweise eine Gebühr für Plastiktüten errichten.

Während man sich um Japan noch am wenigstens Sorgen machen muss, sieht das Thema in den Top 5 Ländern der Liste leider ein wenig anders aus. Getränke werden zu 99% in Plastikflaschen verkauft, die zudem auch noch mit einer Plastikfolie am Deckel versiegelt sind. Glasflaschen sind, außer bei Bier und Energydrinks, eher selten. In Thailand bekommt man zudem in fast jedem Supermarkt und sogar im Restaurant einen Stokholm dazu. In der Regel ungefragt. Selbst kleine Einkäufe mit einem Artikel werden sofort in Plastiktüten verpackt. Und der leckere Eiskaffee kommt ebenfalls wieder in einer Plastikverpackung. Meistens auch noch in einer kleinen Tragetasche aus Plastik und wieder einmal mit dem obligatorischen Strohhalm.

Ein besonders groteskes Erlebnis hatte ich in einem japanischen Restaurant in Chiang Mai, Thailand. Dort bestellte ich einen Smoothie mit Wassermelone. Laut Foto in einem schönen Glas serviert. Stattdessen wurde mir ein Plastikbecher mit Strohhalm vorgesetzt. Dabei sollte es doch gerade für ein Restaurant praktischer und auch wirtschaftlicher sein, auf Gläser zu setzen. Abgesehen davon, dass es auch hochwertiger aussieht.

plastik am strand von ko lanta
Angeschwemmtes Plastik am Strand von Ko Lanta, Thailand

Die Folgen im Alltag

Die Folgen des Plastikkonsums sind mittlerweile überall zu sehen. Wer mit dem Auto durch Thailand, oder China fährt, wird immer wieder auf Berge von Müll stoßen. Teilweise in Säcken am Straßenrand, teilweise aber auch direkt in der freien Natur entsorgt. Wer außerhalb der Hochsaison an die Strände der thailändischen Inseln fährt, der kann sich die zahlreichen Plastikabfälle ansehen, die im Laufe der letzten Tage und Wochen an Land gespült wurden. Pünktlich zur Hochsaison werden die Strände dann aufgeräumt, damit die Touristen nicht abgeschreckt werden. Teilweise kann man aber auch dann noch einiges an Müll entlang der Strände bewundern.

Schätzungen zufolge gehen allein in Indonesien jährlich über 10 Milliarden Plastiktüten über den Tresen. Recycelt wird davon kaum etwas. Und genau da liegt das Problem. Während in den USA und in Europa ein Großteil des verwendeten Plastiks recycelt wird, ist dies in vielen asiatischen Ländern nicht der Fall. Zwar gibt es Plastiksammler, aber auch die nehmen nur jenes Plastik mit, dass sich verkaufen können. Und das ist nur ein Bruchteil Der Plastikmüll in Asien landet zu großen Teilen in Flüssen, Seen, in der Natur, oder auf Mülldeponien und dann später doch wieder im Meer. Welches Auswirkungen das hat, habe ich bereits hier beschrieben.

Was tun die Regierungen?

Mittlerweile gibt es seit Februar 2016 in zahlreichen Städten in Indonesien testweise ein System, bei dem Plastiktüten nur noch gegen Gebühr herausgegeben werden. In China gibt es seit 2008 ein Verbot für dünne Plastiktüten. Dickere dürfen ebenfalls nur noch gegen Gebühr verkauft werden. Ein System, das Wirkung zu zeigen scheint. Laut Aussage des Wallstreet Journals ging der Verbrauch in den ersten 2 Jahren nach Einführung um 50% zurück.

Bei der Größe der beiden Länder kann man sich aber natürlich ausmalen, dass diese Maßnahmen bisher nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind. Dennoch kann man sagen, dass zumindest ein Umdenkprozess eingesetzt hat. Nur wäre es wünschenswert, wenn dieser schneller voranschreitet.

Warst du schon einmal in Asien und hast etwas ähnliches erlebt? Welchen Eindruck vom Umgang mit Plastik hattest du?

Seit ungefähr 5 Jahren lebe ich größtenteils rein pflanzlich. Teilweise aus gesundheitlichen Gründen, aber auch deshalb, weil ich es für den richtigen Weg in Bezug auf die Umweltprobleme der heutigen Zeit halte. Seit einigen Jahren betreibe ich auch einen Blog, den ihr über www.veganisstgrün.de erreichen könnt. Mit ECOMONKEY möchte ich nachhaltige und vegane Produkte anbieten. Ein Teil der Einnahmen wird für wohltätige Zwecke gespendet. Auf diese Weise können wir direkt einen Beitrag zum Erhalt der Natur leisten.

3 Comments

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Veganes Leder aus nachhaltigen Teakblättern | Veganes Blattleder ECOMONKEYreply
9. Januar 2018 at 22:09

[…] du innovative und nachhaltige Unternehmen in asiatischen Ländern. Viele dieser Länder verschmutzen die Umwelt auf dramatische Weise. Umso wichtiger ist es, umweltfreundliche Unternehmen zu unterstützen. Nur […]

Angela Frankreply
19. Januar 2018 at 12:28

Ja-Ja-Ja !!! Ich lebe seit 7Jahren in Asien!! Bin Deutsche-weiblich-70 Jahre alt!
Davor war ich 8 Jahre in Suedafrika! ICH kann EUCH sagen –ich war in Bankog-Phnom Penn und nun Manila!!!
WAS BITTE SOLL DIE EUROPAEISCHE IDEE MIT PLASTIKMUELL sortieren und ENTSORGEN???
In all diesen Laendern wo ich war, wird der PlASTIKMUELL einfach so weggeschmissen!!
Schlimm mit Plasticmuell ist Cambodia-ich sitze am Mekongriver-Peopel sitzen da essen und trinken –und all der Plastikmuell wird in Fluss geschmissen!! Obwohl seit Juni 2017 Muelleimer aufgestellt wurden!!
Soviel Plasticmuel wie in Asien in Fluesse oder Meer geworfen wird, gibt es nicht in Afrike!~!!
Anscheinend sind die –SCHWARZEN,umweltbewuster als die -ASIATEN
Leute, was soll es-Europa achtet auf plasticmuell=in Asien KEINER.!
HALLO, hier nur Ich, bin traurig das die Zukunft meines Enkels zerstoerrt wird.;
Der Spruch von Greenpice isr sehr nah: Wir werden merken, wenn wir alles kaputtgemacht haben, werden unsere Enkel merken, das wir GELD nicht essen koennen,,,

Dominikreply
19. Januar 2018 at 14:13
– In reply to: Angela Frank

Hallo Angela!

Da wirken die Bemühungen in Europa tatsächlich sehr sinnlos. Denn gerade China hat einen unglaublichen Impact, aufgrund der vielen Einwohner. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir in Deutschland und Europa das Thema ignorieren sollten, weil wir eh nur wenig ändern können. Aber es wird Zeit, dass die Regierungen dieser Länder realisieren, dass es so nicht weitergehen kann. Es müssten Regulierungen her. Verkaufsverbote von Plastik und so weiter. Denn Recycling wird aufgrund der schlechten Infrastruktur nicht funktionieren.

LG

Dominik

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