Minimalismus als Lebensstil

Minimalismus in der Kunst, oder der Architektur ist dir sicherlich ein Begriff, aber wusstest du auch, dass der Minimalismus Lebensstil gerade voll im Trend liegt?

Was ist der Minimalismus Lebensstil überhaupt?

Das Bedürfnis nach einem minimalistischen Leben geht meist aus der persönlichen Unzufriedenheit hervor. Konsum kann kurzfristig glücklich machen. Dieses Glück ist in der Regel aber nicht nachhaltig und täuscht oft über eine innere Leere und Unzufriedenheit mit sich selbst hinweg.

Sicher kommt dir das bekannt vor: Du hast gerade für mehrere hundert Euro Klamotten eingekauft und freust dich über deine neuen Errungenschaften. Nach wenigen Stunden, oder Tagen lässt dieses Glücksgefühl jedoch nach und kann erst wieder durch einen neuen Einkaufsbummel hervorgerufen werden.

Minimalismus bezeichnet einen Lebensstil, der sich als Alternative zur konsum­orientierten Überflussgesellschaft sieht. Konsumkritische Menschen versuchen, durch Konsumverzicht Alltagszwängen entgegenzuwirken und dadurch ein selbstbestimmteres, erfüllteres Leben zu führen. – Wikipedia.de

Klingt doch eigentlich ganz spannend, nicht wahr? Dann lass uns doch gemeinsam schauen, wie du vom Minimalismus in deinem Alltag profitieren kannst.

Minimalismus Lebensstil: Zeit für wichtige Dinge

Sicherlich ist dir noch nicht ganz klar, welche Vorteile dir ein minimalistisches Leben biertet. An dieser Stelle möchten wir dir die 4 wichtigsten Punkte noch einmal deutlich aufzeigen.

1. Du brauchst weniger Geld: Durch deinen reduzierten Konsum kannst du auf Dauer eine Menge Geld sparen. Es hilft beispielsweise, wenn du jede deiner Kaufentscheidungen vorher gründlich überdenkst. Viele Dinge, die man nur kurzfristig benötigt, kann man sich meist im Freundeskreis ausleihen. Benötigst du unbedingt ein Auto, oder kannst du auch mit dem Rad, oder der Bahn zur Arbeit fahren? Brauchst du wirklich das dreißigste T-Shirt in deinem Schrank? Wenn du dein Handeln hinterfragst, bleibt dir mehr Geld für wichtige Dinge. Beispielsweise tolle Urlaube mit deinem Partner. Mache dich frei von sozialen Zwängen. Du brauchst nicht mit deinen Freunden um das dickste Auto konkurrieren und dich im schlimmsten Fall auch noch deshalb verschulden.

2. Du hast mehr Zeit: Wer weniger besitzt, muss sich auch um weniger kümmern. Eine kleinere Wohnung erspart es dir beispielsweise, dauernd sauber zu machen. Du musst keine Regale voll mit Büchern mehr entstauben und dein Kleiderschrank platzt ebenfalls nicht mehr aus allen Nähten. Vor der Arbeit sparst du außerdem eine Menge Zeit, weil du dir nicht mehr stundenlang überlegen musst, welche Klamotten du heute anziehen möchtest. Das entspannt und bietet dir die Gelegenheit, mehr Zeit mit Freunden und der Familie zu verbringen. Außerdem musst du keine Angst haben, dass eventuell einmal jemand bei dir in der Wohnung einbricht. Denn wo wenig ist, kann auch nur wenig geklaut werden. Und falls du mal umziehen, oder ins Ausland gehen möchtest, brauchst nicht wochenlang zu planen, was mit deinen Besitztümern geschehen soll.

3. Du lebst gesünder: Viele Minimalisten legen wert auf eine gesunde Ernährung. Am Essen sollte man schließlich nicht sparen. Dadurch hast du deutlich mehr Energie im Alltag und ein geringeres Risiko krank zu werden. Zudem setzt du dich selbst deutlich weniger Stress aus. Außerdem ist es ein tolles Gefühl, wenn man mit dem Geld, was man verdient, gut zurechtkommt und monatlich eine größere Summe sparen kann. Dadurch kann man sich entspannter zurücklehnen und muss nicht darum zittern, dass man am Monatsende sein Konto überzogen hat. Das alles führt zu weniger Stress. Und darüber freut sich deine Gesundheit.

4. Du bist glücklicher: Weniger Stress, mehr Geld, mehr Zeit, weniger Verlustängste, weniger Zwänge im Alltag. Das alles führt dazu, dass du in Summe glücklicher und erfüllter sein wirst. Die zusätzliche Zeit kannst du mit Freunden und deiner Familie verbringen. Zwischenmenschliche Beziehungen sind es, die uns glücklich machen. Das letzte Hemd hat schließlich keine Taschen und so bleibt es bei den Erinnerungen, die man mit seinen wichtigen Menschen im Leben hatte.

Minimalismus Lebenssstil: 4 Methoden um zu starten

Du findest die Idee spannend, hast aber noch keine Ahnung, wie du am besten damit anfangen kannst? Das können wir absolut nachvollziehen. Schließlich ist es keinesfalls einfach, von seinen bisherigen Gewohnheiten Abstand zu nehmen. Tatsächlich wird es einige Zeit dauern, bis du alles umgesetzt und ein minimalistischeres Leben führen kannst. Damit dir der Einstieg leichter fällt, wollen wir dir hier die gängigsten Methoden vorstellen.

minimalismus voller kleiderschrank

1. Die „Eat the Frog first“-Methode: Diese Methode fällt vielen nicht so einfach. Denn bereits zu Beginn sollst du hier auf einen Gegenstand verzichten, der dir am Herzen liegt. Die Methode soll dir zeigen, dass du auch problemlos auf Dinge verzichten kannst, die dir wichtig sind. Dies soll eine Art Türöffner für dich sein, damit es dir in Zukunft noch leichter fällt, auf Gegenstände zu verzichten und diese auszusortieren. Wirf den Gegenstand aber keinesfalls weg. Stattdessen solltest du ihn verschenken, verkaufen, oder spenden. Falls es sich dabei um ein Buch handeln sollte, dann haben wir hier ein paar Tipps für dich, wie du noch ein wenig Taschengeld damit verdienen kannst.

2. Die Korb-Methode: Wie der Name schon sagt, schnappst du dir bei dieser Methode einen Korb (z.B. einen Wäschekorb) und durchstöberst deine Sachen. Während dieser Prozedur wandern aber nur Dinge in den Korb, die dir entweder nicht gefallen, oder nur unnötig viel Platz in deiner Wohnung einnehmen, obwohl du sie gar nicht benötigst. Sobald dein Korb voll ist, bist du erst einmal fertig. Wenn du die Korb-Methode für ein paar Tage hintereinander durchziehst, solltest du schon einiges an Platz in deinem Zuhause geschaffen haben. Am besten fängst du nicht querbeet an, sondern arbeitest dich von Zimmer zu Zimmer vor. Auf diese Weise behältst du den Überblick. Die gesammelten Gegenstände kannst du wieder verkaufen, verschenken, oder spenden. Alternativ kannst du auch neue Dinge daraus basteln. Diesen Prozess nennt man auch Upcycling.

3. Ab in den Karton: Die Karton-Methode ist ein wenig aufwendig und auch radikaler. Alle Gegenstände kommen in große Umzugskartons, so als würdest du in eine neue Wohnung ziehen wollen. In der folgenden Woche lebst du nur aus diesen Kartons. Sobald du einen Gegenstand benötigst, kommt dieser wieder zurück ins Regal, oder in den Schrank. Sollten am Ende der Woche noch Gegenstände in den Kartons sein, weißt du, dass du diese Gegenstände im Alltag nicht benötigst und kannst diese aussortieren.

4. Die KonMari-Methode: Diese Methode wurde nach der japanischen Lifestyle-Expertin und Bestsellerautorin Marie Kondô benannt. Ihre Methode gefällt uns von allen am besten. Denn bei der KonMari-Methode werden alle Dinge behalten, die einen persönlich glücklich machen. Und um Glück geht es ja schließlich beim Minimalismus. Der Rest wird aussortiert. Dazu legst du alle Besitztümer auf einen Haufen. Schaue dir jeden Gegenstand genau an und frage dich, ob er ein positives Gefühl bei dir auslöst. Falls ja, dann bekommt dieser Gegenstand einen festen Platz zugewiesen, an den er geräumt wird.

Nachhaltigkeit ohne Verschwendung

Du hast deine Wohnung durchforstest und alles aussortiert, was du loswerden möchtest? Dann stellt sich jetzt die Frage, was du mit den Gegenständen machen möchtest. Einfach wegwerfen kommt nicht in Frage. Denn auf diese Weise würdest du wertvolle Ressourcen verschwenden und alles andere als nachhaltig handeln. Denn Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Aspekt beim Minimalismus Lebensstil. Deshalb möchten wir dir gerne folgende Vorschläge machen:

Verkaufen: Auf Plattformen wie Momox, reBuy und Ebay kannst du deine aussortierten Gegenstände verkaufen und auf diese Weise sogar noch etwas Geld dafür bekommen. Gerade Dinge wie Bücher und Filme kann man problemlos loswerden. Wenn du lieber offline verkaufen möchtest, dann bieten sich Flohmärkte in deiner Nähe an.

Verschenken: Du möchtest kein Geld für deine aussortierten Gegenstände haben? Dann frag doch einmal in deinem Freundeskreis rum, ob jemand Interesse hat. Ansonsten findest du auch über diverse Foren und Facebook-Gruppen zahlreiche Abnehmer. Auch über Ebay Kleinanzeigen kannst du Dinge kostenlos anbieten.

Spenden: Du möchtest etwas sinnvolles mit deinen Besitztümern anfangen? Dann spende sie doch einfach an Pfarrgemeinden, Flüchtlingsheime, Schulen, oder Kindergärten. Auch beim Roten Kreuz sind Sachspenden meist gerne gesehen. Ruf einfach mal ein paar Einrichtungen bei dir in der Gegend an.

Minimalismus Lebensstil: So bleibst du dabei

Wahrscheinlich wird es für dich nicht einfach sein, nicht wieder in alte Muster zu verfallen. Denn noch ist der Minimalismus Lebensstil etwas komplett neues in deinem Leben. Aus diesem Grund solltest du deine Gebrauchsgegenstände sichtbar aufbewahren. Auf diese Weise siehst du immer, was du daheim hast und kaufst es nicht versehentlich neu.

Wenn du etwas benötigst, dann frage dich immer, ob du es dir eventuell auch einfach von Freunden leihen kannst. Ein gutes Beispiel sind Werkzeuge. Sofern man kein Hobby-Handwerker ist, benutzt man viele Geräte eher sporadisch. Also macht eine Ausleihe oftmals mehr Sinn. In vielen Großstädten gibt es dafür auch offene Werkstätten. Also einfach mal im Internet danach suchen.

Eventuell kannst du kaputte Kleidung und andere Gegenstände auch reparieren. Ein Loch in der Hose ist beispielsweise noch kein Grund für einen Neukauf. Eine gute Schneiderei bekommt so etwas für kleines Geld wieder repariert. Auf diese Weise bist du nachhaltig unterwegs und sparst Geld.

Bei vielen Dingen erübrigen sich die oben genannten Tipps aber auch häufig. Denn sobald man sich hinterfragt, findet man schnell heraus, dass man unter Umständen vielleicht doch auf einen Gegenstand verzichten kann. Und falls du doch einmal etwas kaufen musst, dann schau doch mal, ob du es auch gebraucht kaufen kannst. Falls es dann doch ein neues Produkt sein muss, solltest du der Umwelt zu Liebe auf plastikfreie Alternativen setzen.

Wir hoffen, dass wir dir den Minimalismus Lebensstil mit diesem Artikel und unseren Tipps etwas näher bringen konnten. Du musst dein Leben nicht von heute auf morgen ändern. Kleine Schritte sind absolut ausreichend. Du brauchst also nicht sofort deine Wohnung kündigen und in ein Tiny House einziehen. Aber probiere es aus und du wirst sehen, dass dein Leben deutlich einfacher werden wird. Falls du Freunden vom Minimalismus Lebensstil erzählen möchtest, dann teile diesen Artikel und pinne die folgende Grafik auf Pinterest.

minimalismus lebensstil pinterest

 

 

Seit ungefähr 5 Jahren lebe ich größtenteils rein pflanzlich. Teilweise aus gesundheitlichen Gründen, aber auch deshalb, weil ich es für den richtigen Weg in Bezug auf die Umweltprobleme der heutigen Zeit halte. Seit einigen Jahren betreibe ich auch einen Blog, den ihr über www.veganisstgrün.de erreichen könnt. Mit ECOMONKEY möchte ich nachhaltige und vegane Produkte anbieten. Ein Teil der Einnahmen wird für wohltätige Zwecke gespendet. Auf diese Weise können wir direkt einen Beitrag zum Erhalt der Natur leisten.